Nachruf

by Schriftfuehrer

Du wirst deinen festen Platz behalten.

Unser Vereinskamerad Hermann „Talente“ Brüggershemke ist tot. Er starb am 05. November 2008 im Alter von 71 Jahren – nach schwerer Krankheit.

Wer ihn gekannt hat, tut sich schwer damit. Auch wenn wir wussten, dass eine heimtückische Krebserkrankung ihn befallen hatte und sie die Unausweichlichkeit des Endes bedeutete, als es dann eintrat, mochten wir es am liebsten nicht glauben.

Seit 30 Jahren gehörte er dem Fischereiverein Rietberg an, und diesen sah er in den letzten Jahren als eines seiner Kinder an. Als „Hüter des Teich Kammermann“ war er allgegenwärtig, sein Schaffen rund um den See erinnerte uns immer an ihn.
Wieviel Arbeit er da tatsächlich geleistet hat, haben alle bemerkt, die sich in diesem Jahr am freiwilligen Arbeitsdienst beteiligt haben.
An hartes Arbeiten gewöhnt, sorgte er für eine gute Außenwirkung unseres Vereinsgeländes. Er buhlte nicht um Lob und Anerkennung, aber sie taten ihm gut. Wenn man ihn auf seine Leistungen ansprach, verriet sein Gesichtsausdruck, wie stolz er darauf war. Aber von seinem Anteil daran machte er kein Aufhebens, wie er überhaupt nie Aufhebens von sich machte. Vielleicht ist das das Geheimnis der ihm entgegengebrachten Wertschätzung gewesen. Man war nicht sein Freund, weil es einen Vorteil versprochen hätte. Man war es, weil man ihn – so wie er war – mochte, als Mensch, als ganz normaler, fröhlicher und dabei bescheidener Mensch.
Es gibt viele Adjektive, die einem spontan zu ihm einfallen: gesellig, ehrlich, geradlinig, bodenständig, fröhlich, manchmal kompliziert, zuverlässig. Aber hinter der ansteckenden Jovialität verbarg sich eine hohe Sensibilität. Er sorgte sich um das, was ihm wichtig war. Jeder Mensch hat Fehler, jeder Mensch macht Fehler. Hermann Brüggershemke ist da keine Ausnahme. Aber das Bild, das jeder von uns, die wir ihn kannten, persönlich von ihm in Erinnerung behalten wird, wird ein anderes sein. Es wiegt den Verlust nicht auf, aber es tröstet.
Das Vereinsleben ohne ihn wird sich ändern, und es wird schwer sein, all das zu erledigen, was er wie selbstverständlich beinahe täglich vollbracht hat. Wir werden nun gemeinsam sein Werk fortführen müssen, nämlich den Teich und das Gelände nicht nur hüten, sondern auch hegen und pflegen. Das sind wir ihm schuldig.
Unsere Anteilnahme gilt seiner Frau und seiner Familie, deren Verlust ungleich höher wiegt.

Hermann, du warst auch ein Schelm und manchmal ein Hallodri, aber ein liebenswerter. Alles zusammen wird dich für uns unvergessen machen, du wirst auch noch beim hundertjährigen Jubiläum ein fester Bestandteil des Fischereiverein Rietberg sein.

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